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„Gelebte Demokratie ist das beste Mittel gegen plumpen Populismus“

Hauptredner Landtagsprädsident André Kuper - Neujahrstreffen der CDA in Bielefeld erfreut sich wieder großer Teilnehmerzahl. Auch 2018 beginnt organisatorisch für die nordrhein-westfälischen und ostwestfälisch-lippischen Sozialausschüsse mit regem Zulauf. Alle Stühle besetzt, viele Stehplätze eingenommen, so der Zwischenstand zu Beginn des mittlerweile traditionellen Neujahrstreffens in Bielefeld in dieser Woche. Die beiden Vorsitzenden, Angelika Gemkow im Bezirk Ostwestfalen-Lippe und Dr. Ralf Brauksiepe MdB in Nordrhein-Westfalen, war die Freude darüber anzusehen. Angelika Gemkow begrüßte zahlreiche Vertreter aus der Politik, den Vereinigungen, aus dem kirchlichen und gewerkschaftlichen Bereich, aus den Sozialverbänden und den politiknahen Bereichen. Sie rief jeden Einzelnen auf, sich gesellschaftlich einzusetzen und nicht das „Sofa-Syndrom“ zu sehr zum tragen kommen zu lassen. Mit Blick auf die noch nicht ganz klaren Regierungsverhältnisse in Berlin fand sie, „dass es besser sei zu regieren, als nicht zu regieren!“ Diesen Ball nahm der Landesvorsitzende Ralf Brauksiepe in seinen Begrüßungsworten gerne auf. Er warb für Kompromissbereitschaft auf den unterschiedlichen Ebenen und bat ebenfalls bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig dankte er den Teilnehmern und Gästen für ihre meist ehrenamtlichen Einsätze und die, die häufig auch an die Grenzen der Belastbarkeit gingen. So etwas schweiße die Gesellschaft zusammen, verleiht ihr Zusammenhalt, so Brauksiepe. Bürgermeister Andreas Rüther, der auch in seiner Eigenschaft als CDU-Kreisvorsitzender sprach, mahnte, dass das nun begonnene Jahr „viel von uns abverlangen wird. Daher ist es unwahrscheinlich wichtig, auch besonders die im Auge zu behalten, die unsere Unterstützung benötigen.“ Landtagspräsident André Kuper dankte zunächst in seinen einleitenden Worten denjenigen, die in welcher Funktion auch immer, sich täglich für Mitmenschen engagieren und damit Verantwortung in Staat und Gesellschaft tragen. Ein Neujahrsempfang, so Kuper, bietet die Möglichkeit, frohen Mutes nach vorne zu schauen, aber auch dankbar zurück in das vergangene Jahr zu blicken. Der 14. Mai habe eine politische Veränderung in Nordrhein-Westfalen mit sich gebracht, mit der Konstituierung am 1. Juni habe sich auch sein Leben verändert, er innere sich gerne an seine Wahl zum Präsidenten des Landtags. Unter der Überschrift „Wert der Demokratie und Aufgaben als Landtagspräsident“ berichtete er den Teilnehmer über seine neue berufliche Aufgabe, deren sichtbarste die Sitzungsleitung an den Plenartagen sei. Umso mehr sei ihm aber auch deutlich geworden, wie wichtig der Kontakt mit dem Bürger sei, er sehe sich daher als Präsident eines offenen Hauses, eines Bürgerhauses. Daher strebe er an, die Angebote gerade auch für junge Menschen zu erweitern, um den hohen Schatz der Demokratie stärker vermitteln zu können, Demokratie besser erklären zu können. Denn, so der Landtagspräsident: „Gelebte Demokratie ist das beste Mittel gegen plumpen Populismus.“ Weitere Schwerpunkte möchte er bei der Erinnerungskultur auch vor der Gründung des Bundeslandes setzen sowie bei der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Mit Blick auf die aktuellen Problemfelder des Landes nannte er die Bildungspolitik, einen gelingenden Umgang von und mit Menschen mit Beeinträchtigungen, die weitere hausärztliche Versorgung, die weitere Unterstützung von Polizei und Justiz sowie eine nachhaltige und generationengerechte Finanzpolitik. „Der föderale Wettbewerb entbrennt aber auch darum, nicht nur guter Wirtschaftsstandort, sondern auch Lebensort, also Heimat, zu sein. Sorgen wir für ein gedeihliches Zusammenleben von Alt- und Neubürgern, von In- und Ausländern.“, so Kuper. Den Begriff Heimat verwendete der höchste Repräsentant des Landtages auch bei den Themenfeldern Digitalisierung und Innovation. Seine breitgespickten Ausführungen beendete der Landtagspräsident mit den wunderbaren Worten Hermann Bezzels, welche er sich auch als Privatmensch André Kuper verpflichtet fühle: „Niemand ist so arm, dass er nicht für einen Ärmeren ein Sonnenstrahl, ein Lebenslicht werden könnte. Niemand so reich, dass er nicht beides brauchte.“ CDA-Kreisvorsitzender Michael Weber dankte für die Impulse lud zum Ende des offiziellen Teils des 22. Neujahrstreffen im „Haus der Kirche“ zur Pflege des Austausches, auch des strittigen Austausches, ein. Von dieser Einladung wurde in gemütlicher Atmosphäre rege Gebrauch gemacht.